Projekt „Regenbogen“ – neues Angebot für Kinder krebskranker Eltern

Foto von Cory Woodward auf unsplash

Eine Krebsdiagnose der Eltern betrifft stets auch deren Kinder, die ebenfalls darunter leiden. Bei Kindern und Jugendlichen äußert sich Kummer jedoch oft nicht so offenkundig wie bei Erwachsenen. Trauer oder Wut zu benennen und ihre Bedürfnisse zu formulieren fällt ihnen meist noch schwer. Das macht es umso bedeutsamer spezielle Unterstützungsmaßnahmen für Kinder von Betroffenen anzubieten.

Zu diesem Zweck hat die Saarländische Krebsgesellschaft  das Projekt „Regenbogen“ ins Leben gerufen. Dieses bietet ein erlebnispädagogisches Programm für Kinder von krebskranken Eltern mit der Möglichkeit zur aktiven Teilnahme an verschiedenen Programmpunkten.

Kinder und Jugendliche sollen dadurch vielfältige Möglichkeiten erhalten, Hilfe in ihrer Situation zu erfahren. Allein schon die Erfahrung zu machen, dass es auch anderen Gleichaltrigen so ergeht, kann hilfreich für sie sein.

Verschiedene Gruppenaktivitäten des Projektes führen die Kinder z.B. auf Bauernhöfe, zu Pferden oder zu sportlichen Aktivitäten (z.B. Fußball oder Klettertage). Dadurch wird eine lockere Atmosphäre geschaffen, die zum Austausch untereinander einlädt aber auch Wege zeigt, sich ohne Sprache auszudrücken und Kraft zu tanken. Positive Erlebnisse werden in Zeiten von Krankheit in der Familie noch bedeutsamer und die Kinder und Jugendlichen können dadurch gestärkt in den Alltag zurückkehren. Darüber hinaus bieten die Aktivitäten auch den begleitenden Eltern die Möglichkeit untereinander in einen ungezwungenen Austausch zu kommen.

Alle angebotenen Ausflüge und Aktivitäten sind für die Familien kostenlos und werden von MitarbeiterInnen der Saarländischen Krebsgesellschaft e.V. begleitet. Finanziert wird das Projekt „Regenbogen – Beratung und Angebote für Kinder krebskranker Eltern“ zunächst durch den Saar-Stamm e.V. und den Round Table Saarbrücken.

Ab Januar 2020 soll das Projekt um ein spezielles Beratungsangebot für die ganze Familie ergänzt werden. Dazu gehören sowohl Elternsprechstunden als auch Sprechstunden für Kinder und Jugendliche. Betroffene Eltern können hier Einzelberatungen erhalten, in denen es z.B. Hilfe und Tipps gibt, wie man mit Kindern möglichst altersgerecht über die Erkrankung sprechen kann. Praktische Themen sollen hier ebenfalls Platz finden – beispielsweise welche Möglichkeiten es in der Kinderbetreuung gibt und ob und wann man eine Haushaltshilfe oder Reha in Anspruch nehmen kann. In den Sprechstunden für Kinder und Jugendliche soll Raum sein, sich einmal ganz offen und ab von der Familie mit aufkommenden Fragen oder Problemen zu beschäftigen.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter: https://www.saarlaendische-krebsgesellschaft.de/

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