Antihormonelle Therapie bei Prostatakrebs

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Eine antihormonelle Therapie kann nur wirken, wenn ein Krebs mithilfe von Hormonen wächst. Bei fast jedem Patienten mit Prostatakrebs wächst der Tumor zu Beginn unter dem Einfluss von Testosteron. Bei einer antihormonellen Behandlung dieser Krebsart wird dem Körper und so auch dem Krebs Testosteron entzogen.

Eine antihormonelle Behandlung allein kann Prostatakrebs allerdings nicht heilen, sondern nur aufhalten.

Hierbei stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Früher wurden häufig die Hoden entfernt. So konnte der Körper kein Testosteron mehr produzieren. Heute ist eine Operation prinzipiell auch noch möglich, es werden jedoch meistens Medikamente eingesetzt. Diese können als Tabletten oder als Spritze gegeben werden. Oft erhalten Patienten mit Prostatakrebs eine sogenannte Depot-Spritze. Die Depot-Spritze erhält der Patient dann z.B. alle 3 Monate zu den Nachsorgeterminen.

Welche Darreichungsform und welche Medikamente in Frage kommen, hängt vom Stadium und vom Rückfallrisiko der Erkrankung ab. In der Regel wird eine antihormonelle Behandlung zusätzlich zu einer Strahlentherapie eingesetzt – zum Beispiel bei lokal begrenztem Prostatakrebs mit mittlerem oder hohem Rezidivrisiko und Lymphknotenbefall.

Mögliche Wirkstoffgruppen, die eingesetzt werden können, sind:

GnRH-Analoga und GnRH-Antagonisten: Sie beeinflussen das GnRH (Gonadotropin Releasing Hormon). GnRH ist ein Hormon, das beim Mann die Bildung von Testosteron steuert.

Anti-Androgene: Sie blockieren die Andockstellen (Rezeptoren) und damit die Wirkung von Testosteron.

Androgensynthese-Hemmer: Sie verhindern die Bildung von Testosteron im gesamten Körper, d.h. in den Hoden und in den Nebennieren.

Bei wiedergekehrtem Prostatakrebs wird nochmals geprüft, ob die neu aufgetretenen Krebszellen hormonabhängig sind. Wachsen auch diese Zellen hormonabhängig, kann erneut mit einer antihormonellen Therapie behandelt werden.

Mögliche Nebenwirkungen einer Behandlung sind bspw. eine Abnahme von Muskelmasse, eine Zunahme von Fettgewebe, verringerte sexuelle Lust und ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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