Anamnese – die Vorgeschichte bei Krebs

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Der Grundstein der Diagnostik und Therapieplanung bei Krebs ist die Anamnese. Anamnese bedeutet in der Medizin, die Vorgeschichte einer Erkrankung zu untersuchen. Dafür werden in einem Gespräch mit dem Arzt folgende Aspekte genauer erfragt: die Symptome und Veränderungen der aktuellen Beschwerden, die bisherige Krankheitsgeschichte und weitere biographische Gegebenheiten.

Zur Krankheitsgeschichte gehören alle vorangegangenen Erkrankungen aber auch (laufende) Behandlungen, aktuelle Erkrankungen oder Einschränkungen. Bestehende chronische Erkrankungen können einen Einfluss darauf haben, welche Krebstherapie gewählt werden kann. So können beispielsweise eine Herzinsuffizienz, Nieren- oder Leberschwäche einen Einfluss auf die Wahl einer Chemotherapie haben. Auch frühere Behandlungen – z.B. eine Bestrahlung – und die aktuelle Einnahme von Medikamenten müssen dem Arzt bekannt sein. Nur so können mögliche Wechselwirkungen mit einer Krebstherapie eingeschätzt werden. Auch Wirkstoffe der Naturheilkunde können Wechselwirkungen mit Krebstherapien haben. Deshalb ist es sinnvoll, den Arzt auch über die Einnahme von solchen Präparaten zu  informieren.

Ein Teil der Anamnese beschäftigt sich mit den Lebensgewohnheiten, z.B. Sport, Ernährung, Rauchen oder Alkoholkonsum.

Der Arzt kann auch nach der sozialen Situation fragen. Wie ist die Lebenssituation? Leben Betroffene allein oder gibt es Verwandte oder nahestehende Personen, die in der Nähe wohnen und unterstützen können? Gibt es Personen, die bei Untersuchungsterminen dabei sein können? Oder müssen Betroffene selbst für andere sorgen, z.B. kleine Kinder, zu pflegende Angehörige oder Nachbarn?

Mit Hilfe einer ausführlichen Anamnese wird eine zielgerichtete Diagnostik geplant. Das ist sinnvoll, da somit notwendige Untersuchungen ermöglicht, aber auch unnötige Untersuchungen vermieden werden.

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