Hilfe für die Seele bei Krebs…selbst gemacht

Foto von Natalia Figueredo auf unsplash

Eine Krebserkrankung bedeutet für Erkrankte und Angehörige eine große Herausforderung. Ängste um die Gesundheit, die Zukunft und um ganz alltägliche Belange, sowie die Herausforderungen der Therapie lassen die positiven Seiten des Lebens in den Hintergrund treten.

Hilfreich und wichtig im Umgang mit der Erkrankung ist es deshalb, den positiven Nachrichten, den Kraftquellen und den Glücksmomenten Aufmerksamkeit zu schenken. Wir wollen Ihnen hier ein paar Anregungen mit auf den Weg geben, wie Sie die guten Momente in Ihrem Leben stärken und die Waagschalen des inneren Gleichgewichts wieder mehr in Balance bringen können.

Atmen und Lächeln

Setzen sie sich bequem hin und schließen die Augen, wenn Sie mögen. Dann spüren Sie ihren Atem, wie er ein und ausströmt und wie sich dabei Ihre Bauchdecke hebt und senkt. Wenn Sie mögen können sie sich bei jedem Ausatmen das Wort “Aus” und bei jedem Einatmen das Wort “Ein” vorstellen. Das machen Sie solange es sich gut anfühlt. Dann stellen Sie sich eine kleine Begebenheit vor, über die Sie sich heute gefreut haben. Etwas, das Sie erlebt haben oder etwas, das Sie beobachtet haben. Erinnern Sie sich so genau wie möglich. Wo war das? Wie haben Sie sich gefühlt? Wie war das Licht? War Ihnen warm oder war die Luft angenehm kühl und erfrischend? Verstärken Sie so das positive Gefühl im Körper. Wo im Körper nehmen Sie das Gefühl am deutlichsten wahr? Nun versuchen Sie, das kleinstmögliche Lächeln auf ihren Lippen entstehen zu lassen. Und jetzt genießen Sie so lange Sie mögen! Kommen Sie langsam und bewusst wieder im Hier und Jetzt an: den Körper spüren, die Augen öffnen, einmal tief durchatmen.

Diese Übung lässt sich beliebig erweitern. Sie können sich eine Situation, einen Ort, ein Erlebnis aus der Vergangenheit vorstellen, wo Sie sich körperlich und seelisch so richtig wohl gefühlt haben. Für manche sind das Erinnerungen an einen Urlaub, andere Menschen fühlen sich zu Hause oder im eigenen Garten am geborgensten und glücklichsten. Sie werden ihre ganz eigenen Erinnerungen und Wohlfühlmomente haben.

Reichern Sie diese Erinnerungen mit so vielen Sinneseindrücken wie möglich an. Fühlen Sie noch einmal, wie sich die Sonne oder eine kuschelige Decke auf der Haut anfühlen. Wie wohl eine frische Brise beim Einatmen tut. Wie fein Blumen duften oder die Haut eines vertrauten lieben Menschen. Je mehr Details Sie in sich wachrufen, desto stärker kann der Körper diesen positiven Zustand neu erleben.

Gemeinsam Erinnern

Manchmal fällt es schwer, sich alleine etwas vorzustellen. Deshalb hier ein Vorschlag, wie Sie auch vorgehen können. Sie können sich mit jemandem verabreden, mit dem sie positive Erinnerungen verbinden und dann schwelgen Sie gemeinsam in den gemeinsamen Erinnerungen. Malen Sie sich das Erlebnis möglichst lebhaft aus. Wenn zwei sich an etwas gemeinsam erinnern, ist das oft einfacher und verstärkt sich. In Familien gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, zusammen alte Fotos von Geburtstagen, Reisen oder Festen anzuschauen.

Diese Übungen können Ihnen helfen, das Positive in Ihrem Leben im Blick zu behalten und auch ihrem Körper eine kleine Pause vom Stress zu gönnen. Krebs zu haben, bedeutet nicht Krebs zu sein.

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