Krankheitsverarbeitung bei Krebs

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Eine Krebserkrankung stellt für jeden Menschen eine Herausforderung dar. Und jeder Mensch geht anders mit Herausforderungen um.

Für eine positive Krankheitsverarbeitung ist es wichtig, Belastungen nach Möglichkeit zu verringern, auszugleichen oder zu verarbeiten. Ein erster Schritt dabei ist es, zu unterscheiden, ob eine Belastung überhaupt beeinflusst werden kann oder ob es darum geht, die Situation anzunehmen und aktiv damit umzugehen.

Einige Belastungen lassen sich verringern oder vermindern. Andere Belastungen lassen sich nicht ganz vermeiden, aber es ist möglich, sie auszugleichen. Bei körperlichen Beschwerden helfen vielleicht Sport, Physiotherapie oder Medikamente. Seelische Belastungen können ausgeglichen werden durch Methoden, die das Positive im Leben betonen, Kraftquellen stärken oder Entspannung bringen. Manche Belastungen und Einschränkungen können nie ganz ausgeglichen werden. Dann ist es hilfreich, die neue Situation zu  verarbeiten, z.B. in dem ein Verlust betrauert werden kann und Gefühle ausgedrückt werden dürfen.

Eine erfolgreiche Krankheitsverarbeitung bedeutet, ein neues inneres Gleichgewicht zu suchen. Dieser Vorgang kann sich auf den drei Ebenen Handeln, Denken und Fühlen vollziehen.

Die folgenden Stichpunkte sind Vorschläge dafür, wie Sie sich bei einer positiven Krankheitsverarbeitung unterstützen können. Dabei findet jeder Betroffene seinen eigenen Weg im Umgang mit der Erkrankung. Nicht alles wird für Sie passen. Aber manches ist einen Versuch wert. Auch wenn es Außenstehenden schwer fallen kann, die jeweilige Strategie nachzuvollziehen.

Handeln:

  • Informieren Sie sich über Behandlungsmöglichkeiten und Beratungsstellen außerhalb der Klinik.
  • Sprechen Sie über Ihre Situation entweder mit einer Person, der Sie vertrauen oder suchen Sie sich professionelle Hilfe.
  • Vertreten Sie ihre Interessen gegenüber anderen oder suchen Sie jemanden, der für Sie eintreten kann.
  • Suchen Sie aktiv einen Ausgleich zu allem, was sich um die Krankheit dreht. Tun Sie Dinge, die Ihnen Freude bereiten, schaffen Sie sich krebsfreie Zeiten, in denen Sie bewusst etwas anderes tun.

Denken:

  • Üben Sie, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden.
  • Lenken Sie ihre Hoffnung auf realistische Ziele.
  • Entwickeln Sie eine kämpferische Haltung.
  • Nutzen Sie Humor, um sich zu entlasten und dem Denken Freiraum für positive Ideen zu verschaffen.
  • Geben Sie sich Selbstermutigung und Selbstbestätigung, wenn Sie wieder ein Etappenziel der Behandlung geschafft haben.
  • Suchen und finden Sie einen Sinn in der Situation.

Fühlen:

  • Gefühle können helfen, herauszufinden, wo Klärungsbedarf besteht. Angst z.B. kann ein Hinweis sein, dass noch Informationsbedarf besteht: Wie läuft die Behandlung ab? Was kommt auf mich zu? Was wird gegen Nebenwirkungen getan?
  • Nehmen Sie Gefühle bewusst wahr und entscheiden Sie, was zu tun ist. Manchmal kann das auch heißen, Gefühle wegzuschieben, sich bewusst zu sagen, das schaue ich mir später an.
  • Gehen Sie ihrer Trauer nach, schauen Sie sich an, wovon Sie sich verabschieden müssen oder wollen.

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