Fatigue – Erschöpfung bei Krebs

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Das Wort Fatigue kommt aus dem Französischen und bedeutet Ermüdung oder Erschöpfung. Man versteht unter ihr eine anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung der Kraftreserven.

Weitere Merkmale sind z.B. ein Gefühl der körperlichen Schwäche oder Schwere, eine geringe Konzentrationsfähigkeit, ein vermehrtes Bedürfnis nach Schlaf und Ruhe, ein anhaltendes Unwohlsein nach Anstrengungen sowie Antriebsmangel. Typisch für eine Fatigue ist auch, dass Ausruhen nicht zu einem ausreichenden Gefühl der Erholung führt bzw. dass die Erholung nur kurz anhält. Einige Patienten berichten auch, dass die Müdigkeit sie plötzlich und unvorbereitet trifft, ohne dass sich eine Erschöpfung angekündigt hat.

Betroffene erleben eine Fatigue häufig als sehr belastend. Manche Menschen empfinden sie gar belastender als Schmerzen. Durch die Einschränkung der Kräfte kann sich auch die Lebensqualität stark verringern.

Eine Fatique kann dazu führen, dass Betroffene körperliche, geistige und soziale Anstrengungen vermeiden, sich aus sozialen Beziehungen zurückziehen und keine Verabredungen eingehen. So verständlich der Rückzug ist, so kann er doch zu einem Teufelskreis führen: Aufgrund der schnellen Erschöpfbarkeit werden Aktivitäten eingeschränkt. Weniger Aktivität führt dazu, dass die Leistungsfähigkeit weiter abnimmt. Weniger Leistungsfähigkeit führt wiederum zu weniger Aktivität und so weiter.

Eine Fatigue ist aber nicht einfach nur Müdigkeit. Anhaltende Symptome einer Erschöpfung sollten ernst genommen werden.

Eine Fatigue kann zu jeder Zeit während einer Krebserkrankung auftreten. Zumeist tritt sie aber während der Behandlungsphase auf. Das gilt insbesondere für Patienten, die eine Strahlentherapie oder eine Chemotherapie erhalten. Die Symptome können auch längere Zeit nach der Behandlung bestehen bleiben. In der Regel nimmt die Fatigue nach der Krebsbehandlung aber wieder ab. In manchen Fällen hält sie noch längere Zeit an.

Was hilft bei Fatigue?

Bisher gibt es keine allgemeingültige Empfehlung zur Behandlung einer Fatigue. Zunächst wird abgeklärt, ob Symptome wie Müdigkeit und Erschöpfung noch andere Ursachen haben, die behandelt werden können. Das können z.B. eine Blutarmut, eine Mangelernährung oder eine depressive Episode sein.

Sowohl körperliche Aktivität als auch psychoonkologische Angebote können dann zur Behandlung einer Fatigue eingesetzt werden.

Auch wenn es dem Bedürfnis nach Ruhe und Erholung zu widersprechen scheint, ist körperliche Aktivität das wirksamste Mittel, um eine Fatigue zu bessern. Bewegung wird idealerweise im Rahmen einer Bewegungstherapie auf den Patienten abgestimmt. Als wirksam gelten insbesondere Ausdauertrainings, aber auch Krafttrainings können sich förderlich auswirken. Zudem haben Tanztherapien und Entspannungstrainings (z.B. Qigong mit Meditation) Verbesserungen in Bezug auf eine Fatigue gezeigt. Günstig sind Aktivitäten, die mehrmals in der Woche stattfinden und Spaß machen.

Bei der Behandlung einer Fatigue können auch psychoonkologische Angebote hilfreich sein. Hierbei werden Betroffene zum Umgang mit der Fatigue beraten und dabei unterstützt, die eigenen Aktivitäten Schritt für Schritt aufzubauen.

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