Radionuklidtherapie

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Die Radionuklidtherapie oder auch nuklearmedizinische Strahlentherapie ist eine Form der Strahlentherapie. Heirbei werden Radionuklide als Strahlenquelle eingesetzt. Radionuklide sind radioaktive Atome. Sie sind instabil und geben ionisierende Strahlung ab. Bei der Radionuklidtherapie werden Radionuklide an andere Medikament gebunden. Diese Medikamente transportieren die radioaktive Substanz dann gezielt zum Tumor, wo die Krebszellen durch den radioaktiven Zerfall der Radionuklide zerstört werden. Die hierbei freigesetzte radioaktive Strahlung hat eine sehr kurze Reichweite und eine kurze Zerfallszeit. Sie erfasst nur die Krebszellen und unmittelbar benachbart liegende Zellen, wodurch das umliegende Gewebe geschont wird.

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Medikamente mit Radionukliden verabreicht werden können.

Die erste Möglichkeit ist, das Radionuklid an andere Moleküle zu binden, die für den Stoffwechsel benötigt werden. Diese können dann geschluckt oder gespritzt werden. Durch den Stoffwechsel reichern sich die Medikamente und damit die Strahlung direkt im Krebsgewebe an. Ein Beispiel ist die Radiojodtherapie bei Schilddrüsenkrebs. Jod wird durch den Stoffwechsel in den Zellen der Schilddrüse angereichert und die Strahlenwirkung des Radionuklids konzentriert sich dort.

Radionuklide können auch an Antikörper gebunden werden. Antikörper sind Eiweiße der Immunabwehr, die sich an Krebszellen anlagern. Im menschlichen Körper binden sich Antikörper an spezifische Antigene auf der Krebszell-Oberfläche. Ein Beispiel ist der Wirkstoff Ibritumomab-Tiuxetan. Ibritumomab ist ein Antikörper, der an das Antigen CD20 bindet. Das Antigen CD20 befindet sich auf der Oberfläche von B-Zellen, die bei Lymphomen (Lymphknotenkrebs) betroffen sind. Durch den Antikörper wird das Radionuklid zu den betroffenen Zellen transportiert und angelagert. Durch die abgegebene Strahlung sterben die Krebszellen ab.

Die zweite Form der Verabreichung besteht darin, dass die Medikamente, die Radionuklide tragen, direkt an den Ort im Körper eingespritzt werden, wo sie wirken sollen.

In manchen Fällen ist ein kurzer stationärer Aufenthalt für die Behandlung notwendig, um die Umwelt vor Strahlung zu schützen. Nachdem alle Strahlung ausgeschieden und man entlassen wurde, besteht keine Gefährdung mehr für Umwelt oder Angehörige.

In unserem nächsten Beitrag geben wir einen Überblick über palliative Versorgungsangebote bei Krebs.