Antikörpertherapie – Den Krebs markieren

Foto von David Paschke auf unsplash

Eine Antikörpertherapie benutzt im Labor hergestellte Antikörper, um Krebszellen anzugreifen. Die Medikamente einer Antikörpertherapie können zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt werden:

Markieren von Krebszellen

Der Ansatz der Antikörpertherapie geht davon aus, dass Krebszellen Antigene auf ihrer Oberfläche zeigen, an denen sie als Krebszellen erkannt werden können. Antigene auf der Zelloberfläche zeigen an, ob Zellen körpereigen, körperfremd, gesund oder krank sind. Solche Antigene können Eiweiße sein, die typisch für bestimmte Zellen sind. Ein Beispiel ist das Antigen CD20, das an der Oberfläche von B-Zellen zu finden ist. B-Zellen sind weiße Blutkörperchen, die bei Lymphomen (Lymphknotenkrebs) betroffen sein können. Wenn sich Antikörper und Antigen verbinden, werden kranke Zellen oder Krebszellen für andere Teile des Immunsystems markiert – in etwa so wie ein Baum im Wald, der gefällt werden soll. So können die erkrankten Zellen zielgerichtet erreicht werden. Abwehrzellen werden aktiviert und bekämpfen die kranke Zelle bzw. die Krebszelle.

Blockieren von Wachstumsfaktoren und Rezeptoren

Alle Zellen übermitteln Wachstumssignale durch Botenstoffe. Diese Botenstoffe werden daher auch  Wachstumsfaktoren genannt. Wachstumsfaktoren binden sich an Rezeptoren auf der Zelloberfläche. Danach wird in der Zelle eine Signalkette ausgelöst, wodurch die Zelle wächst, sich teilt, sich verändert oder ähnliches. Wenn die Rezeptoren der Wachstumsfaktoren durch Antikörper blockiert werden, kann eine Krebszelle nicht weiter wachsen, sich nicht weiter teilen etc.. Ein Beispiel hierfür sind HER2-Antikörper. Sie werden z.B. bei Brustkrebs und Magenkrebs eingesetzt, wenn die Krebszellen HER2-Rezeptoren auf ihrer Oberfläche tragen.

Transportieren von Wirkstoffen

Antikörper können als Transportmoleküle für Wirkstoffe genutzt werden. So können Wirkstoffe direkt in die Krebszellen gebracht werden. Es wurden verschiedene Antikörper-Wirkstoff-Kombinationen entwickelt. Es gibt Kombinationen mit radioaktiven Isotopen (Radioimmuntherapie) und die Kombinationen mit Zellgiften. Diese Zellgifte sind meist Zytostatika wie bei der Chemotherapie. Durch die Verbindung mit einem Antikörper werden Zellgifte viel genauer auf bzw. in die Krebszellen gelenkt.

Die meisten Antikörpertherapien werden als Infusion in die Vene gegeben. Da Antikörper das Immunsystem anregen, sind typische Nebenwirkungen z.B. Fieber, Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit.

In unserem nächsten Beitrag stellen wir die Behandlung mit Small Molecules genauer vor.

Weitere Artikel zum Thema