Diagnostik bei Krebs – vom Verdacht zur Gewissheit

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Für viele Betroffene ist die Zeit der Diagnostik seelisch belastend. Es ist eine Zeit der Ungewissheit. Es müssen Termine gefunden werden und die Ergebnisse der Untersuchungen liegen oft erst nach mehreren Tagen vor. Dennoch sind die Untersuchungen wichtig, um die wirksamste Therapie wählen zu können. Dafür müssen der Krebs und seine Eigenschaften so gut wie möglich bekannt sein. Am Ende der Untersuchungen kann der Tumor mit einem Klassifikationssystem beschrieben werden. Die wichtigsten Punkte sind: Wie groß ist der Tumor? Sind Lymphknoten befallen? Finden sich Fernmetastasen im Körper?

Der Grund für Diagnostik ist stets der Verdacht auf eine Krebserkrankung. Das kann z.B. bei Brustkrebs ein ertasteter Knoten in der Brust sein oder ein auffälliger Befund bei einer Vorsorgeuntersuchung. Manchmal weisen Befunde in Routineuntersuchungen auf einen Krebs hin. So werden zum Beispiel chronische Leukämien manchmal bei Blutuntersuchungen entdeckt.

Es gibt aber Beschwerden, die auch bei gutartigen Erkrankungen auftreten und nicht gleich auf eine Krebserkrankung hindeuten. Das können z.B. Verdauungsbeschwerden, Erschöpfung, Gewichtsabnahme oder Fieber sein.

Sobald Patienten oder Ärzte eine Krebserkrankung vermuten, werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Der Verdacht wird dabei schrittweise eingegrenzt, um zu einer sicheren Diagnose zu kommen.

Am Anfang der Diagnostik steht ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt. Dieses wird Anamnese genannt. Danach erfolgen eine körperliche Untersuchung und eine Blutabnahme. Am Ende wird festgelegt, welche zusätzlichen Untersuchungen folgen. Für diese Untersuchungen sind oft weitere Termine notwendig. In der Regel wird mit einem bildgebenden Verfahren die Tumorausdehnung bestimmt und es werden Gewebeproben entnommen. Die Untersuchung der entnommenen Proben erfolgt im Labor.

Mit Hilfe der Ergebnisse aller Untersuchungen wird ein Behandlungsplan aufgestellt. Dann steht fest, welche Form von Krebs in welchem Stadium vorliegt und die Behandlung kann beginnen.

Besonders am Anfang der Erkrankung, zur Diagnosestellung und bei der Therapieplanung ist es sinnvoll eine Vertrauensperson mit zu den Terminen zu nehmen. Vier Ohren hören mehr als zwei. Eventuell kann sich die Begleitperson Notizen machen. Auch kann man vor den Terminen eine Liste mit Fragen erstellen, die man dann im Gespräch zur Hand hat.

In unseren nächsten Beiträgen sollen die Schritte und Methoden der Diagnostik etwas ausführlicher dargestellt werden.

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